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Der jetzige geschäftsführende Spross der Meinl Dynastie, Julius Meinl der Fünfte wollte nicht nur rösten, sondern auch banken und expandieren. Also stampfte er flugs die kleine aber feine Privatbank Meinl aus dem Boden. Wolfgang Flöttl war über seinen Vater, dem damaligen Chef der BAWAG, außerordentlich hilfreich, als die Meinl Bank die Unternehmen an die Börse brachte. Letztere fungierte unter dem Namen "Meinl European Land" (MEL) und deren Einkaufszentren vor allem in Osteuropa. Doch auch die Betrugsfirma Amis verkaufte Meinl Zertifikate - gegen eine schöne Provision versteht sich. Der umtriebige Julius Meinl erfand allerdings für seine Firmen ein besonderes Betriebssystem und das sah so aus: Kleinanleger kauften die Zertifikate, dann wurden über die Meinl-Bank diese Firmen als zu bezahlende Dienstleistung gemanagt. Doch doppelt gemoppelt bringt doppelt soviel und so floss an Meinl immer mehr Geld. Um präzise zu sein: 325 Millionen Euro von 2002 - als MEL an die Börse gebracht wurde - bis zum Jahr 2007. Im Jahr 2006 waren dies immerhin 60 Prozent der Gesamtbetriebserträge für die Meinl Bank. Weitere schöne Kleingelder fielen durch das Emittieren der Aktien an, die Meinl Bank war das einzige Emissionshaus. Doch nicht nur mit Dienstleistungen für die Meinl Firma verdiente die Meinl Bank Geld, sondern im Jahre 2005 angeblich auch mit Anleihen im Karussell. Geparkt wurden diese Anleihen angeblich in der Karibik, bei der Meinl-Filiale in Antigua. Der Kurs aller Aktien MAI, MEL und MIP stürzte ins Bodenlose, bei MEL von 20 Euro auf lächerliche sechs Euro. Kein Wunder also, wenn sich der Verdacht aufdrängte, dass diese "Kurspflegeaktion" nur unternommen wurde, um für die Emission einer anderen Meinl-Firma, nämlich der Meinl International Power (MIP), eine guten Kurs zu erzielen. Dies wird allerdings von Meinl heftig bestritten.

Klagewelle rollt

Wie einst die BAWAG war nun die MEL reif zum Verkauf. In den anderen Meinl Firmen - Meinl International Power (MIP)) und Meinl International Airports (MAI) - haben die Aktionäre mittlerweile außerordentliche Hauptversammlungen einberufen, um das mit der Meinl Bank verwobene Management auszuwechseln. Derweil kann Julius Meinl zügig weiter seinen Geschäften und Vergnügungen nachgehen. Wem der Appetit auf Meinl nicht vergangen ist, dem sei ein Besuch in der Nobelschänke "Meinl am Graben" in Wien empfohlen - Kleingeld bitte nicht vergessen.

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